Der grundhafte Ausbau der Naumburger Straße beginnt
Die Gemeinschaftsmaßnahme der Stadt Jena, des Jenaer Nahverkehrs, der Stadtwerke Jena Netze und von JenaWasser ist ein Zukunftsprojekt für den Norden von Jena. Bis Mitte 2029 werden Straßen, Geh- und Radwege sowie zentrale Ver- und Entsorgungsleitungen erneuert. Zudem erweitert der Jenaer Nahverkehr das Straßenbahnnetz von Jena und baut eine neue Trasse bis ins Wohngebiet Himmelreich. Hier finden Sie aktuelle Informationen zum Projekt.
Das sind unsere Ziele
- Zukunftsfähige Mobilität für einen wachsenden Stadtteil
- Nachhaltigkeit und Lebensqualität für Jena-Nord
- Komfortabler Nahverkehr für Zwätzen und Himmelreich
- Moderne Lichtbahnen und barrierefreie Haltestellen
- Verknüpfung von Regionalbussen und Straßenbahn
- Sicherung von 75 Prozent Fördermitteln des Bundes
- Gemeinsames Bauen mit Stadt, Stadtwerke Jena Netze und JenaWasser
Das ist bereits geschafft
- Umsetzung 1. Bauabschnitt in der Naumburger Straße von 2018 bis 2020
- zweigleisiger Ausbau der Straßenbahntrasse zwischen den Einmündungen Camburger Straße und Flurweg
- barrierefreier Ausbau der Haltestellen Löbstedt und Flurweg
Das ist noch geplant
- Zweigleisiger Ausbau der Straßenbahntrasse zwischen Flurweg und Wendeschleife Zwätzen
- Neubau der Straßenbahntrasse zwischen Wendeschleife Zwätzen und Carl-Orff-Straße (Nord)
- Barrierefreier Ausbau der Haltestelle Zwätzen
- Neubau von drei barrierefreien Haltestellen (Juri-Gagarin-Straße, Carl-Orff-Straße, Himmelreich)
- Errichtung einer Umsteigestelle zwischen den Regionalbussen aus dem Saale-Holzland-Kreis und der Straßenbahnlinie ins Stadtzentrum
- Neubau eines Funktionsgebäudes an der Endhaltestelle
- Bau von zehn P+R-Stellplätzen an der Endstelle Himmelreich
- Neubau eines Gleichrichterunterwerkes zur Stromversorgung der Straßenbahnen
So fahren Busse und Bahnen während der Bauzeit
Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich am 2. März 2026 zwischen Carl-Orff-Straße (Süd) und Ortsausgang Jena. Der Straßenbahnverkehr ist zunächst nicht betroffen. Durch die Vollsperrung der Naumburger Straße kommt es jedoch zu Umleitungen auf den Regionalbuslinien 420, 422 und 426. Die konkreten Baufahrpläne werden derzeit erarbeitet und dann rechtzeitig veröffentlicht.
Weitere Informationen der Stadt
Häufige Fragen
Der Jenaer Nahverkehr freut sich über deutlich steigende Fahrgastzahlen. 2025 nutzten 23,3 Millionen Menschen die Busse und Bahnen des Jenaer Nahverkehrs – ein neuer Fahrgastrekord nach der Wende.
Zuwächse beobachtet der Jenaer Nahverkehr besonders auf dem Nord-Ast zwischen Zwätzen und Stadtzentrum. Deswegen wurde dieser Streckenabschnitt im Dezember 2025 mit der ebenfalls fahrgaststarken Relation von der Innenstadt nach Lobeda-Ost zur neuen Linie 1 zusammengeführt. Hier verkehren nun die großen Lichtbahnen, wir können viel mehr Fahrgäste als zuvor in einem attraktiven Takt befördern. Unsere langfristige strategische Arbeit zeigt hier bereits Wirkung.
Die Verlängerung ins Himmelreich ist die erste Netzerweiterung für den Jenaer Nahverkehr seit 2009, als wir den Bahnhof Göschwitz angebunden haben. Wir sind überzeugt, dass sie sinnvoll ist. Wir wollen gerade in diesem gut nachgefragten Netzabschnitt investieren, um weitere Fahrgäste hinzuzugewinnen und die Verkehrswende vorantreiben zu können.
Im Ergebnis der Ausschreibung betragen die Gesamtkosten für das Projekt rund 53,8 Mio. Euro (brutto, Stand: Februar 2026). Für den Projektteil des Jenaer Nahverkehrs sind Baukosten von ca. 26 Mio. Euro (netto) veranschlagt. 75 Prozent der Baukosten finanziert der Jenaer Nahverkehr aus Bundesfördermitteln nach Gemeindefinanzierungsgesetz (GVFG). Die nicht durch Fördermittel gedeckten Kosten werden aus Eigenmitteln finanziert.
Das Baufeld umfasst die Naumburger Straße zwischen den Einmündungen Camburger Straße und Carl-Orff-Straße (Nord). Zwischen 2018 und 2020 wurden die Arbeiten im Bereich zwischen Camburger Straße und Flurweg bereits umgesetzt. Die Straßenbahntrasse wurde zweigleisig ausgebaut und die Haltestellen Löbstedt und Flurweg barrierefrei gestaltet. Nun gehen die Arbeiten zwischen Flurweg und Carl-Orff-Straße weiter.
Aktuell gehen die Bauplanungen von fünf Bauabschnitten aus, die jeweils unter Vollsperrung für den Autoverkehr umgesetzt werden. Es gilt eine Umleitung über die B7 ab Rodameuschel über Serba/Trotz und Bürgel nach Jena. Für den Anliegerverkehr sowie Rettungs- und Einsatzfahrzeuge bleibt das Wohngebiet jederzeit erreichbar.
Folgende Bauabschnitte sind vorgesehen:
1. Ortsausgang Jena bis Carl-Orff-Straße (Süd): März 2026 bis Juni 2027
• BA 1a) – Ortsausgang bis Carl-Orff-Straße (Nord): März bis Ende November 2026 / Vollsperrung ohne innerörtliche Umfahrungsmöglichkeit
• BA 1b) – Carl-Orff-Straße (Nord) bis Carl-Orff-Straße (Süd) – Dezember 2026 bis Juni 2027 / Vollsperrung mit Umfahrungsmöglichkeit für den Anliegerverkehr über die Carl-Orff-Straße
2. Carl-Orff-Straße (Süd) bis Juri-Gagarin-Straße: Juni 2027 bis Dezember 2027
3. Juri-Gagarin-Straße bis Netto-Markt / Wendeschleife Zwätzen: Dezember 2027 bis Juni 2028
4. Netto-Markt / Wendeschleife Zwätzen bis Brückenstraße: Juni 2028 bis September 2028
5. Brückenstraße bis Flurweg: September 2028 bis Mai 2029
Der Straßenbahnverkehr ist zunächst durch die Baumaßnahme nicht beeinträchtigt. Die Arbeiten beginnen im Norden und damit in den Abschnitten, wo die neue Straßenbahntrasse errichtet werden soll.
In der Folge wird das Verkehrsangebot auf der Straßenbahnlinie 1 voraussichtlich bis Mitte 2028 von den Bauarbeiten – wenn überhaupt – nur zeitweilig und geringfügig betroffen sein. Über mögliche Einschränkungen ab dem 4. und 5. Bauabschnitt informiert der Jenaer Nahverkehr rechtzeitig.
Die Stadtbuslinien des Jenaer Nahverkehrs sind durch die Baumaßnahme zunächst nicht beeinträchtigt.
Allerdings kommt es durch die Vollsperrung der Naumburger Straße zu Einschränkungen im Regionalbusverkehr der JES Verkehrsgesellschaft.
In der Folge werden die Fahrten der Linien 420 und 426 ab Porstendorf in beide Richtungen über Golmsdorf und Kunitz nach Jena umgeleitet. Die auf der Umleitungsstrecke liegenden Haltestellen werden nicht bedient.
Ausgewählte Fahrten der Linie 420 werden über das Himmelreich geführt und bedienen auch die Haltestelle Zwätzen, Schleife. Dort besteht Anschluss zur Straßenbahnlinie 1.
Die Linie 422 verkehrt für die Bauzeit über Rödigen.
Die Linie 432 wird von Beunitz über Golsmdorf und Kunitz umgeleitet.
Die konkreten Baufahrpläne finden Sie hier.
Im ersten Bauabschnitt werden alle bekannten Bushaltestellen weiterhin bedient. Es gelten Umleitungen und Baufahrpläne, die rechtzeitig hier veröffentlicht werden. Über mögliche Ersatzhaltestellen in späteren Bauabschnitten informiert der Jenaer Nahverkehr rechtzeitig.
Während des ersten Bauabschnittes wird die Buslinie 420 der JES Verkehrsgesellschaft ab Porstendorf über Golmsdorf und Kunitz umgeleitet. Ausgewählte Fahrten werden über das Himmelreich geführt. Die Busse wenden am nördlichen Ende der Carl-Orff-Straße (nach der Haltestelle Johann-Nikolaus-Bach-Weg) und fahren zurück zur Haltestelle Carl-Orff-Straße auf der B88. Die Haltestellen Mozartweg, Anton-Bruckner-Weg und Johann-Nikolaus-Bach-Weg werden (wie im Normalfahrplan) nur in stadtauswärtiger Richtung bedient. An der Haltestelle Zwätzen, Schleife besteht die Möglichkeit zur/von der Straßenbahnlinie 1 in/aus Richtung Stadtzentrum umzusteigen.
Die konkreten Baufahrpläne finden sie hier.
Grundlage für das Verkehrsangebot auf dem neuen Streckenabschnitt ist der Nahverkehrsplan der Stadt Jena. Dieser Plan sieht aktuell vor, dass die Fahrten auf der Straßenbahnlinie 1 jeweils abwechselnd an der Haltestelle Löbstedt enden oder bis ins Himmelreich geführt werden sollen. Zur konkreten Umsetzung dieser Vorgaben wird es bis zur Inbetriebnahme der Strecke im Jahr 2029 noch Abstimmungen mit der Stadt Jena als Aufgabenträger für den öffentlichen Nahverkehr geben.
An allen neuen Haltestellen sind in beide Fahrtrichtungen Dynamische Fahrgastinformationssysteme vorgesehen. Diese sollen neben den Abfahrten der Straßenbahnen auch die Abfahrten der Regionalbusse anzeigen, die Jena in Richtung Norden verlassen.
Ja, es werden zehn P+R-Stellplätze im Bereich der Endhaltestelle Himmelreich errichtet. Es handelt sich um ein Pilotprojekt gemeinsam mit der Stadt Jena. Wird das Angebot gut angenommen, stehen für eine mögliche Erweiterung zwei weitere Flächen zur Verfügung.
Im Zuge der Baufeldfreimachung wurden Ende Januar im Innenraum der Wendeschleife Zwätzen 16 Bäume gefällt. Für die Dauer der Bauarbeiten ist dieses Gelände als Baustelleneinrichtungsfläche und teilweise als Lager vorgesehen. Sie liegt in unmittelbarer Nähe zum Baufeld, behindert aber weder die Bauarbeiten noch den Verkehr. Nach Abschluss des Vorhabens wird die Wendeschleife nicht mehr benötigt, die Gleise zurückgebaut und die Fläche eingeebnet. Über eine künftige neue Nutzung des Areals wird in den kommenden Jahren entschieden. Bei den Bäumen handelte es sich um wild gewachsene Gehölze. Es erfolgt der vorgeschriebene Ausgleich.
Im Zuge des notwendigen Planfeststellungsverfahrens wurden alle sogenannten Träger öffentlicher Belange einbezogen und die Vor- und Nachteile verschiedener Ausführungsvarianten für den grundhaften Ausbau ausgiebig abgewogen. Letztlich fiel die Entscheidung für eine Gleisanlage in der Straßenmitte. Das Verfahren ist inzwischen abgeschlossen, das Baurecht liegt seit 2017 vor.
Eines der Argumente für die nun umgesetzte Variante war der geringere Flächenbedarf und die geringere Oberflächenversiegelung, da neben Straßen und Gleisen auch noch die derzeit fehlenden Fuß- und Radwege entlang der Naumburger Straße neu eingeordnet werden sollten.
Im Straßenbahnnetz von Jena gibt es nur noch sehr wenige eingleisige Abschnitte. Diese sind betrieblich sehr herausfordernd, weil die Straßenbahnen bei Verspätungen an Beginn und Ende solcher Passagen aufeinander warten müssen. In ungünstigen Fällen wirken sich Verspätungen in einem Teil des Netzes auf den Verkehr in anderen Teilen der Stadt aus.
Derzeit sind die Straßenbahnen zwischen Haltestelle Flurweg und Wendeschleife Zwätzen eingleisig unterwegs. Würde die Trasse bis ins Himmelreich ebenfalls „nur“ eingleisig errichtet, entstünde ein fast zwei Kilometer langer eingleisiger Abschnitt. Dies hätte erhebliche negative Einflüsse auf das Verkehrsangebot in dem von starken Fahrgastzuwächsen geprägten Nordnetz. Eine solche Lösung kann der Jenaer Nahverkehr nicht befürworten.
Hinzu kommt, dass eingleisige Trassenabschnitte aus dem Bundesprogramm nicht förderfähig gewesen wären. Bundesfördermittel tragen einen erheblichen Anteil an den Baukosten für die Streckenerweiterung.
Die Anbindung des Wohngebietes Himmelreich mittels einer Straßenbahn ist ausführlich diskutiert, alle Vor- und Nachteile abgewogen worden. Das Verfahren ist abgeschlossen, das Baurecht liegt seit 2017 vor.
Im Vorfeld der Maßnahme wurde im Rahmen einer sogenannten Standardisierten Bewertung der volkswirtschaftliche Nutzen des Gesamtprojektes analysiert. In dieser Kosten-Nutzen-Analyse werden verschiedene Aspekte betrachtet, von Umweltnutzen und Zeitersparnis bis zu Investitions- und Folgekosten. Für die Verlängerung der Straßenbahntrasse bis ins Himmelreich ergab dieses standardisierte Verfahren einen Wert von 1,7. Dieser Index bedeutet, dass jeder Euro, der für dieses Vorhaben eingesetzt wird, einen um 1,7 Mal höheren Nutzen stiftet. Ein Wert deutlich über 1 ist Voraussetzung, um Bundesfördermittel für das Projekt zu erhalten.
Diese standardisierte Bewertung war ausschlaggebend für die Entscheidung, die Wohngebiete Himmelreich und Am Oelste durch eine Straßenbahn für den ÖPNV zu erschließen. Ein ergänzendes Busangebot durch den Jenaer Nahverkehr ist nicht vorgesehen. Diese Entscheidung gilt unabhängig von der Antriebsart der Busse.
Im Vorfeld der Maßnahme wurde im Rahmen einer sogenannten Standardisierten Bewertung der volkswirtschaftliche Nutzen des Gesamtprojektes analysiert. In dieser Kosten-Nutzen-Analyse werden verschiedene Aspekte betrachtet, vom Umweltnutzen und Zeitersparnis bis zu Investitions- und Folgekosten. Für die Verlängerung der Straßenbahntrasse bis ins Himmelreich ergab dieses standardisierte Verfahren einen Wert von 1,7 . Dieser Index bedeutet, dass jeder Euro, der für dieses Vorhaben eingesetzt wird, einen um 1,7 Mal höheren Nutzen stiftet. Ein Wert deutlich über 1 ist Voraussetzung, um Bundesfördermittel für das Projekt zu erhalten.
Wir sind überzeugt, dass die mangelnde Auslastung der Linie 42 keine Rückschlüsse zulässt auf die mögliche Auslastung der Straßenbahnlinie ins Himmelreich. Nach unserer Erfahrung ist es für die Fahrgäste wesentlich attraktiver, wenn ein Wohngebiet in relativ dichtem Takt per Straßenbahn erreichbar ist, als wenn stündlich ein Bus angeboten wird.
Die Verlängerung der Wiesenstraße bis nach Porstendorf voranzutreiben, liegt in der Verantwortung der Stadt Jena. Wir wissen, dass die Verantwortlichen intensiv daran arbeiten. Es gibt aber verschiedene rechtliche Hürden, u.a. die Lage der geplanten Trasse in einem Landschaftsschutzgebiet und Hochwasserschutzauflagen. Erst wenn diese Fragen geklärt sind, könnte ein Planfeststellungsverfahren starten, was erfahrungsgemäß mehrere Jahre dauert. Leider kann das Projekt in der Naumburger Straße nicht auf Genehmigung und Fertigstellung der Wiesenstraße warten.
Die Investitionen in Fahrleitungen und Gleise werden buchhalterisch über eine Dauer von 25 Jahren abgeschrieben und erhöhen damit den betrieblichen Aufwand für den Jenaer Nahverkehr. Investitionen in Funktionsgebäude, wie z.B. das Gleichrichterunterwerk, werden über 33 Jahre abgeschrieben.
Diese Aspekte wurden im Vorfeld der Maßnahme u.a. im Rahmen einer sogenannten Standardisierten Bewertung betrachtet. In diesem Verfahren der volkswirtschaftliche Nutzen des Gesamtprojektes analysiert. In dieser Kosten-Nutzen-Analyse werden verschiedene Aspekte betrachtet, von Umweltnutzen und Zeitersparnis bis zu Investitions- und Folgekosten. Für die Verlängerung der Straßenbahntrasse bis ins Himmelreich ergab dieses standardisierte Verfahren einen Wert von 1,7. Dieser Index bedeutet, dass jeder Euro, der für dieses Vorhaben eingesetzt wird, einen um 1,7 Mal höheren Nutzen stiftet. Ein Wert deutlich über 1 ist Voraussetzung, um Bundesfördermittel für das Projekt zu erhalten.
Bei dem grundhaften Ausbau der Naumburger Straße handelt es sich um eine Gemeinschaftsmaßnahme von Stadt Jena, Jenaer Nahverkehr, Stadtwerke Jena Netze und JenaWasser, der neben dem Straßen-, Fuß- und Radwegebau auch die Erneuerung aller Versorgungsmedien umfasst. Die genannten Gesamtkosten von 53,8 Millionen Euro (brutto) beinhalten alle Maßnahmenteile aller Projektpartner.
Der Anteil des Jenaer Nahverkehrs beträgt etwa 26 Mio. Euro (netto) (Stand: Februar 2026). Die Investitionen des Jenaer Nahverkehrs werden aus Bundesmitteln nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) zu 75 Prozent gefördert. Eine Finanzierung von Personalkosten aus Fördermitteln für Investitionen ist nicht möglich.